Mit dieser Anleitung bearbeitest du deine Patientenverfügung zum Ausdrucken in fünf Schritten: vom PDF bis zur unterschriebenen Fassung an einem bekannten Aufbewahrungsort. Du erfährst, wie du den Ausdruck ausfüllst, offene medizinische Fragen klärst und deine Vertrauensperson einbeziehst.
Du musst nicht alles auf einmal entscheiden. Lege zunächst die Vorlage, einen Stift und vorhandene Notizen zu deinen Behandlungswünschen bereit.
DEIN AUSDRUCK
Die Patientenverfügung als PDF zum Ausdrucken gibt dir einen Ausgangspunkt, um deine Angaben und Behandlungswünsche schriftlich festzuhalten. Der Download ist kostenlos, ohne Anmeldung. Lade die Vorlage herunter und lies den Ausdruck zunächst vollständig durch.
DAS WICHTIGSTE VORAB
Der Ausdruck allein hält noch keinen persönlichen Behandlungswillen fest. Nach Unterschrift sind deine Festlegungen verbindlich, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind und die Festlegungen auf deine aktuelle Lebens- und Behandlungssituation zutreffen. Entscheidend sind konkrete, widerspruchsfreie Aussagen. Markiere deshalb vor dem Ausfüllen alle Begriffe, die du noch nicht sicher verstehst.
1. Bereite deinen Ausdruck vor
Öffne die PDF-Datei und prüfe in der Druckvorschau, ob der gesamte Inhalt sichtbar ist. Achte besonders auf Text am Rand, Auswahlfelder und den Bereich für die Unterschrift. Wenn etwas abgeschnitten wird, passe die Druckeinstellung an das Papierformat an.
Du kannst Angaben am Computer vorbereiten, wenn die Datei das unterstützt. Für die hier beschriebene Papierfassung druckst du anschließend alles aus und unterschreibst eigenhändig. Du musst den übrigen Text nicht vollständig von Hand abschreiben.
- Prüfe, ob der Ausdruck vollständig und gut lesbar ist.
- Halte zusammengehörende Blätter zusammen, damit keine Festlegung verloren geht.
- Trenne deine Arbeitsnotizen von der später unterschriebenen Fassung.
- Verwende eine lesbare Schrift und einen dokumentenechten Stift.
Wenn du zuerst Zweck und Grenzen klären möchtest, lies den Leitfaden zu deiner Patientenverfügung. Prüfe danach deinen Ausdruck auf Vollständigkeit, bevor du Angaben einträgst.
2. Fülle deine Angaben und Behandlungswünsche aus
Beginne mit deinen persönlichen Angaben
Trage deinen vollständigen Namen, dein Geburtsdatum und deine aktuelle Anschrift ein. Diese Angaben helfen dabei, die Verfügung dir zuzuordnen. Ergänze Kontaktdaten deiner Vertrauensperson, soweit die Vorlage dafür Raum bietet.
Ein Kontakt im Formular ist noch keine Vollmacht. Besprich deshalb mit der genannten Person, ob sie erreichbar ist und welche Aufgabe du ihr zugedacht hast. Prüfe anschließend gemeinsam ihre Kontaktdaten.
Ordne jede Entscheidung einer Situation zu
Lies zuerst die beschriebene Lebens- und Behandlungssituation. Prüfe dann, welche Maßnahmen du genau für diese Situation möchtest oder ablehnst. Dazu können etwa Wiederbelebung, Beatmung, künstliche Ernährung oder Maßnahmen zur Linderung von Beschwerden gehören.
Eine Ablehnung in einer bestimmten Situation bedeutet nicht automatisch, dass du dieselbe Maßnahme in jeder anderen Situation ablehnst. Allgemeine Sätze wie „Ich möchte keine lebenserhaltenden Maßnahmen“ reichen für sich genommen regelmäßig nicht aus. Die Festlegungen müssen erkennen lassen, welche Behandlung du unter welchen Umständen meinst.
Markiere unklare Stellen zunächst nur in deiner Arbeitsfassung. Notiere dazu eine konkrete Frage, etwa: „Was würde diese Behandlung bei meiner Erkrankung voraussichtlich bewirken?“ Nimm diese Fragen zum Arztgespräch mit.
Ergänze deine Werte, ohne konkrete Festlegungen zu ersetzen
Persönliche Erfahrungen und Überzeugungen können helfen, deine Wünsche zu verstehen. Du kannst beschreiben, was dir bei medizinischer Versorgung wichtig ist und welche Erfahrungen deine Entscheidung prägen. Solche Ergänzungen ersetzen aber keine konkreten Aussagen zu Situationen und Maßnahmen.
Wenn du ein zusätzliches Blatt nutzt, kennzeichne es eindeutig als Bestandteil deiner Patientenverfügung. Ergänze deinen Namen, ein Datum und deine Unterschrift. Prüfe anschließend, ob deine Ergänzungen zu den ausgewählten Aussagen im Formular passen.
3. Prüfe deinen ausgefüllten Ausdruck vor der Unterschrift
Lies deine Arbeitsfassung noch einmal in Ruhe. Achte darauf, ob Auswahlfelder und Ergänzungen zusammenpassen. Ein leeres Feld ist nicht automatisch ein Fehler. Es sollte aber keine Unklarheit darüber entstehen, was du festlegen möchtest.
| Dein Prüfpunkt | Worauf du achtest | Dein nächster Schritt |
|---|---|---|
| Persönliche Angaben | Name und weitere Angaben lassen sich eindeutig dir zuordnen. | Gleiche Schreibweise und Kontaktdaten ab. |
| Beschriebene Situationen | Du verstehst, wann eine Festlegung greifen soll. | Besprich unklare Begriffe mit deinem Arzt. |
| Medizinische Maßnahmen | Deine Entscheidungen beziehen sich auf bestimmte Behandlungen in beschriebenen Situationen. | Prüfe jede Auswahl im Zusammenhang mit der zugehörigen Situation. |
| Freie Ergänzungen | Deine eigenen Sätze widersprechen den übrigen Festlegungen nicht. | Kläre widersprüchliche Aussagen vor der Unterschrift. |
| Zusätzliche Blätter | Du kannst jede Ergänzung der Verfügung zuordnen. | Kennzeichne und unterschreibe die zugehörigen Ergänzungen. |
| Lesbarkeit | Deine endgültigen Entscheidungen sind ohne Rätsel erkennbar. | Übertrage eine unübersichtliche Arbeitsfassung auf einen frischen Ausdruck. |
Ein Arztgespräch ist grundsätzlich keine Voraussetzung für die Patientenverfügung. Es kann dir aber helfen, Folgen und Grenzen einer Behandlung zu verstehen. Das ist besonders hilfreich, wenn du bereits eine Erkrankung hast und deine Wünsche darauf abstimmen möchtest.
WICHTIG
Dieser Text und der Dienst ersetzen keine Rechtsberatung. Bei rechtlichen Zweifeln hilft dir ein Notar oder Anwalt. Medizinische Fragen besprichst du mit deinem behandelnden Arzt. Notiere vor dem Gespräch, welche konkrete Stelle im Ausdruck du klären möchtest.
Gehe als nächsten Schritt alle markierten Fragen durch. Unterschreibe erst, wenn die Fassung deinen verstandenen und selbst gewählten Wünschen entspricht.
4. Unterschreibe deine fertige Papierfassung
Nach § 1827 BGB kann ein einwilligungsfähiger Volljähriger eine Patientenverfügung schriftlich festlegen. Für die Papierfassung unterschreibst du den abgeschlossenen Text eigenhändig. Ein eingefügtes Bild deiner Unterschrift ersetzt diese eigenhändige Unterschrift nicht.
Nach Unterschrift setzt die Wirksamkeit voraus, dass auch die weiteren gesetzlichen Anforderungen erfüllt sind. Eine notarielle Beglaubigung oder Beurkundung ist für eine Patientenverfügung grundsätzlich nicht erforderlich.
Ergänze das Datum, damit sich die Fassung später zeitlich einordnen lässt. Das Datum ist sinnvoll, aber in § 1827 BGB nicht als eigene Formvoraussetzung vorgeschrieben. Es muss auch nicht zwingend handschriftlich eingetragen werden.
- Lies die endgültige Fassung einschließlich aller Ergänzungen.
- Unterschreibe eigenhändig unter dem abgeschlossenen Text.
- Prüfe, ob zugehörige Ergänzungsblätter eindeutig gekennzeichnet sind.
- Erstelle erst danach Kopien für die vereinbarten Empfänger.
Lege nun die unterschriebene Fassung getrennt von deinen Entwürfen ab. Kennzeichne Arbeitsfassungen deutlich, damit Angehörige sie nicht mit deiner endgültigen Entscheidung verwechseln.
5. Bewahre deinen Ausdruck auffindbar auf
Vereinbare den Zugriff auf dein Original
Wähle einen geschützten Ort, den deine Vertrauensperson kennt und bei Bedarf erreichen kann. Ein verschlossener Schrank hilft nur, wenn der Zugang geklärt ist. Eine bestimmte Anzahl von Originalen oder Kopien ist gesetzlich nicht vorgeschrieben.
Gib deiner bevollmächtigten Person eine Kopie und frage deine Arztpraxis, ob sie eine Kopie in die Behandlungsakte aufnehmen kann. Notiere, wer welche Fassung erhalten hat. Ergänze einen Hinweis auf den Aufbewahrungsort in deinem Notfallpass zum Ausdrucken.
Wie du Unterlagen zusammen ablegst, zeigt dir die Anleitung für deinen Notfallordner. Zeige deiner Vertrauensperson anschließend den vereinbarten Aufbewahrungsort.
Kläre, wer deinen Willen vertreten soll
Deine Patientenverfügung erteilt keine Vertretungsbefugnis. Mit einer passenden Vorsorgevollmacht kannst du eine Vertrauensperson für festgelegte Aufgaben bevollmächtigen. Umfang und Form musst du gesondert prüfen.
Ohne Vollmacht wird nicht automatisch eine rechtliche Betreuung eingerichtet. Nach § 1814 BGB kommt es darauf an, ob die gesetzlichen Voraussetzungen vorliegen und eine Betreuung erforderlich ist. Eine geeignete bevollmächtigte Person oder andere Hilfen können eine Betreuung entbehrlich machen.
Lies dazu den Leitfaden für deine Vorsorgevollmacht. Besprich anschließend mit deiner Vertrauensperson, welche Befugnisse bereits geregelt sind und wo noch Klärungsbedarf besteht.
Halte deine verteilten Fassungen aktuell
Nach Unterschrift läuft eine wirksam errichtete Patientenverfügung nicht allein durch Zeitablauf ab. Es gibt keine gesetzliche Pflicht, sie in festen Abständen neu zu unterschreiben. Du kannst sie jederzeit formlos widerrufen.
Prüfe deine Festlegungen erneut, wenn sich deine Wünsche oder deine gesundheitliche Situation verändern. Wenn du eine neue Papierfassung erstellst, unterschreibe diese eigenhändig und ersetze überholte Kopien. Informiere als nächsten Schritt alle Personen und Praxen, denen du eine frühere Fassung gegeben hast.
Quellen
Deine Fragen zum Ausfüllen, Unterschreiben und Aufbewahren
Kannst du deine Patientenverfügung am Computer ausfüllen?
Ja, du kannst den Text am Computer vorbereiten, wenn die Datei das ermöglicht. Für die hier beschriebene Papierfassung druckst du die fertigen Angaben anschließend aus und unterschreibst eigenhändig. Kontrolliere vor der Unterschrift, ob alle Einträge vollständig auf dem Ausdruck erscheinen.
Musst du deinen Ausdruck vollständig von Hand ausfüllen?
Nein. Der Text darf vorgedruckt oder am Computer ausgefüllt sein. Für die Papierfassung ist deine eigenhändige Unterschrift unter dem abgeschlossenen Text wichtig. Ergänze unleserliche Angaben vor der Unterschrift auf einem frischen Ausdruck.
Ist deine Patientenverfügung nach Unterschrift ohne Datum unwirksam?
Ein fehlendes Datum macht deine Patientenverfügung nach Unterschrift nicht allein deshalb unwirksam. Die gesetzlichen Voraussetzungen müssen dennoch erfüllt sein. Ein Datum hilft, verschiedene Fassungen auseinanderzuhalten. Trage deshalb bei der Fertigstellung das tatsächliche Datum ein.
Was machst du, wenn du ein Auswahlfeld nicht verstehst?
Kreuze nicht auf Verdacht an. Markiere die Stelle in deiner Arbeitsfassung und schreibe auf, was dir unklar ist. Nimm den Ausdruck zu deinem behandelnden Arzt mit und bitte um eine Erklärung für deine persönliche Situation.
Brauchst du mehrere unterschriebene Originale?
Eine feste Anzahl ist nicht vorgeschrieben. Kopien können deinen Willen zugänglich machen; das unterschriebene Original solltest du aufbewahren. Vereinbare mit deiner Vertrauensperson und deiner Arztpraxis, wer eine Kopie erhält, und teile den Aufbewahrungsort des Originals mit.
Die Verfügung selbst ist schnell ausgefüllt. Im Ernstfall zählt jedoch, ob sie gefunden wird: Ärzte und Angehörige müssen wissen, wo das Original liegt, wer bevollmächtigt ist und wen sie zuerst anrufen. Ein einzelnes Blatt im Schrank leistet das nicht — eine geordnete Sammlung aller Unterlagen an einem festen Ort schon.
Ausgedruckt und unterschrieben ist deine Verfügung wirksam. Im Krankenhaus zählt danach nur, ob sie ankommt: Wer weiß von ihr, wer hat eine Kopie, wo liegt das Original, wer darf für dich sprechen?
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Der nächste Schritt
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